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Samenleiterunterbindung (Sterilisation)

Familienplanung! - Männersache?


Obwohl die Sterilisation oder Vasektomie des Mannes eine der sichersten Möglichkeiten ist eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden, entscheiden sich immer noch relativ wenige Männer für diesen Eingriff.
Auch heutzutage sind immer noch mehr Frauen, nämlich ungefähr 1,45 Millionen, sterilisiert, gegenüber 450 000 Männern. Dies ist um so erstaunlicher, da der Eingriff bei der Frau der aufwendigere ist.
Aber die Tendenz bei den Männern ist steigend. Waren es im Jahr 1992 laut Bundesfamilienministerium nur 0,5 Prozent der Männer, lag die Anzahl im Jahr 2006 bereits bei 2 Prozent.

Aber wann sollte man sich sterilisieren lassen?

Erst wenn die Familienplanung komplett abgeschlossen ist und zwar von beiden Partnern, sollte man die Sterilisation in Betracht ziehen. Man sollte allerdings auch berücksichtigen, dass sich die persönlichen Lebensumstände ändern können, wie zum Beispiel durch Scheidung, Todesfall, Wiederverheiratung und dann entsteht möglicherweise erneut ein Kinderwunsch.
Deshalb muss zwischen der Aufklärung des Arztes und dem eigentlichen Eingriff eine ausreichend lange Zeit liegen, damit alle Für und Wider noch einmal ohne zeitlichen Druck überdacht werden können, da es eine besonders schwerwiegende Entscheidung ist, da sie die Lebensplanung in diesem Punkt festlegt.

Aber was vielleicht noch wichtiger ist, verliert man seine Männlichkeit?

Die Männlichkeit und Potenz wird bei dem Eingriff nicht berührt, da der Hormonhaushalt nicht verändert wird, weil an den Hoden, wo das männliche Hormon (Testosteron) gebildet wird, nichts verändert wird, im Gegensatz zur Kastration.
Auch hat die Sterilisation keinen Einfluss auf die Versteifung des männlichen Gliedes (Erektion) und auf den Samenerguss (Ejakulation). Der Samenerguss unterscheidet sich nach der Sterilisation weder im Aussehen noch merklich in der Menge, da die Spermien nur 10 Prozent des Spermas ausmachen.

Wenn man sich aber zur Sterilisation entschlossen hat, ist sie eine der sichersten Methoden überhaupt.

Was geschieht denn genau bei der Sterilisation?

Die Vasektomie wird in der Regel ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt. Das einzige, was man spürt ist der Einstich der hauchdünnen Nadel für die Betäubung.

Der anschließende Eingriff mit Eröffnung der Haut auf jeder Seite mit Entnahme eines Teilstücks  der Samenleiter ist völlig schmerzfrei. Nach Unterbindung der Samenleiterenden und Verschluss der Haut ist der operative Teil bereits nach ungefähr 30 Minuten beendet.

Abgeschlossen ist der Vorgang der Sterilisation allerdings erst, wenn keine Samenfäden im Samenerguss mehr nachgewiesen werden.  Auch nach der Vasektomie können noch mehre Monate lang lebendige Spermien vorhanden sein, so dass bis dahin auf andere Verhütungsmittel zunächst nicht verzichtet werden kann.

Vier Jahre nach einer Sterilisation beurteilten die Männer, wie eine Studie zeigte, ihre Lebensqualität und ihr Sexualleben als unverändert oder sogar als verbessert, weil ein gewisser psychologischer Druck nicht mehr besteht.

Seit Januar 2004 wird die Sterilisation nicht mehr von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und auch die meisten Privaten Versicherungen übernehmen die Kosten nicht.
Durchschnittlich muss man für die Voruntersuchungen, die Vasektomie inklusive der anschließenden Proben zum Ausschluss von Samenfäden, 430 € bezahlen.

Was aber kann ich tun, wenn sich meine Lebensplanung doch ändert und nach der Sterilisation erneut ein Kinderwunsch besteht?

Dann besteht die Möglichkeit der Wiederherstellungsoperation.  Diese Operation  lassen ca. 10 % der Sterilisierten bei uns vornehmen.
Hierbei werden die beiden Samenleiterenden auf beiden Seiten mit einem vom bloßem Auge kaum sichtbaren Faden unter dem Operationsmikroskop wieder vereinigt.
Da diese Operation sehr aufwendig ist und ein Operationsmikroskop und Spezialinstrumentarium erfordert, ist sie wenigen Spezialisten vorbehalten.

Die Preise für diesen Eingriff variieren sehr stark und betragen für den bis zu dreistündigen Eingriff in Narkose mindestens 2000 €. Auch in diesem Fall übernimmt die Krankenkasse keinerlei Kosten.

Die Erfolgsaussichten 15 Jahre nach der Sterilisation erneut eine Durchgängigkeit der Samenleiter zu erreichen liegt bei 80 %.

erschienen in der WAZ Kolumnist: Prof.(MEX) Dr. med.(I) B. Schneider


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